Gefährdete Kinder- und Jugendgesundheit

Kinder und Jugendliche sind verletzlicher und schutzbedürftig. Deshalb sind sie besonders betroffen von Umweltzerstörung und der aktuellen Krisen- und Kriegsentwicklung. Die lebenslangen Folgen von körperlicher und psychischer Traumatisierung – für Kinder und Jugendliche aus Hungergebieten Afrikas, aus Flüchtlings-Camps in aller Welt, aus Kriegsgebieten in Gaza, Libanon, der Ukraine – sind kein Thema bei den Krisensitzungen und Kriegsplänen der Mächtigen. Auch bei den Gesundheitsreformen hierzulande spielt die Kinder- und Jugendgesundheit keine Rolle. Das zeigt, wie das imperialistische System zur Jugend und zu ihrer Zukunft steht.

Auch in entwickelten, reichen Ländern immer mehr Kinder und Jugendliche ernsthafte gesundheitliche Probleme. Etwa 15% der Jugendlichen haben Übergewicht und Adipositas – mit dem Risiko von Folgekrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck etc. Laut Kinder-Gesundheitsbericht 2025 der Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin wächst die Zahl der Kinder mit Problemen bei der Sprachentwicklung und psychomotorischen Entwicklung. Depressionen, Angststörungen, Vereinsamung, Essstörungen und Suchtverhalten sind zu Massenkrankheiten der Jugend geworden. Mit der Covid-Pandemie hat das noch sprunghaft zugenommen. Prof. Z. U. Corell (Kinderpsychiatrie der Carité/Berlin) spricht von einer „Pandemie der psychischen Gesundheit“.

Kinder von Alleinerziehenden, von Migranten- und sozial benachteiligten Familien haben besonders häufig gesundheitliche Probleme. 18,5 % der Kinder in NRW sind von Armut betroffen. In armen Städten wie Gelsenkirchen ist es fast die Hälfte – Tendenz steigend. Immer mehr Familien geraten in eine Zerreißprobe. Damit wächst auch der Stress und Druck auf die Kinder.

Kinder und Jugendliche in Großstädten wachsen oft in einem „toxischen Umfeld“ auf: Fehlender Rückhalt in der Familie, überforderte Kitas und Schulen, die personell und räumlich unzureichend ausgestattet sind und in denen kaum noch (Früh-)Förderung stattfindet, fehlende Jugend- und Freizeiteinrichtungen, fehlende Ausbildungs- und Arbeitsplätze, Gefährdung durch Drogen. zu kommen „soziale Medien“ mit einer unkontrollierten Flut von sinnloser Gewalt und manipulativer Jugendkultur. Diese begünstigen Suchtverhalten, Bewegungsarmut, Entwicklungsstörungen, sozialen Rückzug, Depressionen, Angststörungen. Das bedeutet eine staatlich geduldete – zum Teil sogar geförderte – Kindeswohlgefährdung. „Jede Stunde von unnützem digitalen Medienkonsum fehlt an sinnvoller analoger Aktivität“ sagt der Neurowissenschaftler Prof. G. Hüther.

Eine Gesundheitsprävention und Gesundheitserziehung in Kitas und Schulen findet kaum noch statt. Ohne Rat und Unterstützung durch Eltern, Erzieher, Lehrer, Freunde ist es für Jugendliche sehr schwer, eine sinnvolle Perspektive für ihren Lebensweg zu finden.

Ein Problem liegt auch in dem Mangel an kinder- und jugendärztlichen Betreuung. Monatelang müssen Kinder und Jugendliche mit ernsten psychischen Problemen auf einen Termin beim Psychotherapeuten warten. Viele Kinderkliniken wurden geschlossen, weil sie nicht profitabel waren.

Was ist zu tun?

  • Kampf gegen Armutsgesetze und Sozialabbau!
  • Bessere personelle Ausstattung von Schulen und Kitas! Schluss mit der Auslese. Kein Kind und kein Jugendlicher darf zurückbleiben!
  • Konsequenter Ausbau der Gesundheitserziehung und -prävention in Kitas, Schulen, im öffentlichem Gesundheitsdienst, in Kinder- und Allgemein-Arztpraxen
  • Kinder und Jugendliche stark machen, ihr Selbstvertrauen stärken! Konsequenter Kampf gegen Drogen
  • Beschränkung des Konsums von „sozialen Medien. Kampf gegen Cyber-Mobbing, gegen eine krankmachende Ego-, Konsum- und Gewaltkultur
  • Sportförderung. Kostenlose Sport- und Kulturangebote, Schwimmkurse für alle!
  • Werbeverbot für krankmachende Lebensmittel
  • Gegen Militarisierung und imperialistische Kriegsvorbereitung!

Die Jugend braucht eine gesundheitsbewusste, positive Lebenseinstellung, Zusammenhalt und eine lebenswerte Zukunft – für die es sich lohnt zu kämpfen!