Pharma-Monopole – Kostentreiber Nr. 1 und Parade-Pferd des staatmonopolistischen Kapitalismus

Ein wachsender Teil der Gesundheitskosten entfallen auf Medikamente. Allein im Jahr 2024 stiegen die Ausgaben Techniker Krankenkasse für Medikamente um 10 %. Bei genauerer Betrachtung ist die Preispolitik der großen Pharma-Monopole nichts anderes als staatlich sanktionierte Abzockerei. Das große Geschäft wird heute mit patentgeschützten Innovationen gemacht, die bereits 54 % der Medikamentenkosten ausmachen – obwohl sie nur 7 % der abgegebenen Medikamente entsprechen.

Mit KI und relativ geringem Forschungsaufwand kommen ständig neue Medikamente auf den Markt, oftmals ohne einen nachgewiesenen Zusatznutzen gegenüber früheren Therapien. Und auch nicht immer ausreichend wissenschaftlich erprobt – am Beispiel Covid-Impfstoffe. Nach der Zulassung können die Pharma-Konzerne 6 Monate lang Phantasiepreise abkassieren. Jahrestherapiekosten von 150 000 € pro Patient für ein Krebsmedikament sind keine Seltenheit. Auch bei der anschließenden Preisverhandlung sitzen die Krankenkassen am kürzeren Hebel. Es ist wie das Erpressungs-Szenario aus einem Mafia-Film. Und alles läuft ganz legal, unter staatlicher Regulierung – ein Lehrbeispiel für staats-monopolistischen Kapitalismus.

In Deutschland gilt Big-Pharma als „Leitindustrie“ und ist deshalb auch das El Dorado der Pharma-Monopole. Die Preise für Innovationen liegen meist weit über anderen Industriestaaten – das Einsparpotential liegt bei 50 %, entsprechend 2,8 Mrd./Jahr. Allein bei dem umsatzstärksten Krebsmedikament Keytruda (MSD) ließe sich 1 Mrd. € pro Jahr einsparen, wenn man die Vergleichspreise in Südkorea zugrunde legt.

Mit unzähligen Tricks können die Monopole ihre Preistreiberei immer weiter betreiben. Über Rabattverhandlungen wird Stillschweigen vereinbart. Bei auslaufendem Patentschutz werden die Wirkstoffe in neuer Zubereitung, z.B. als Spritzen statt in Tablettenform, erneut auf den Markt gebracht. Irreführende Werbung, manipulierte wissenschaftliche Publikationen, Prozesse gegen die Anbieter von preisgünstigen Generics, Vertuschung von Arzneimittelskandale… Die Liste lässt sich endlos fortsetzen (s.a. Peter C. Götzsche, Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität).

Selbst die geplante Dynamisierung der Hersteller-Rebatte im neuen GKV-Reform der Regierung von bislang 7 auf 14 % ruft jetzt bei der Pharma-Lobby heftige Proteste hervor. Man darf gespannt sein, inwieweit die Merz-Regierung selbst an diesem Pharma-„Reförmchen“ festhalten wird.