Schlagwort: Palästina-Solidarität

  • Gaza – zur humanitären Situation und den Möglichkeiten der medizinischen Hilfe

    23.7.26 – Ein Bericht von Willi Mast über die Veranstaltung in der Universität Köln

    Eingeladen hatten: die IPPNW, medico international, Care (und Vereinigung der humanitären NGOs Deutschlands) und Re-move Kids.
    Die Veranstaltung war mit ca. 150 TeilnehmerInnen gut besucht – ein Erfolg gegenüber den Kräften, die auch in Köln jede Veranstaltung und Aktivität zur Palästina-Solidarität als antisemitisch diffamieren und unterdrücken wollen.
    In den Beträgen der OrganisatorInnen wurde das Ausmaß des Völkermords deutlich, der sich vor den Augen der Weltöffentlichkeit abspielt: die systematische Zerstörung der Infrastruktur – Strom, Wasser, Treibstoffe – und der medizinischer Einrichtungen in Gaza, die Inhaftierung und Ermordung von ÄrztInnen und medizinischen Fachkräften, der Boykott von medizinischen Hilfslieferungen, die Zusammenpferchen auf engstem Raum und das Aushungern der Bevölkerung… All das wurde anhand von Bildern, Daten und persönlichen Berichten deutlich, insbesondere der Ärzte, die über eigene Erfahrungen und die zahlreichen Ermordeten aus ihren Familien berichteten.
    Die Aktivitäten von Hilfsorganisationen wie medico international wurden inzwischen weitgehend unterbunden durch die Netanjahu-Regierung. Lebensnotwendige Medikamente, Geräte und Hilfsmittel werden blockiert. Mehr als 20 000 schwer Erkrankten und Verletzten, ein großer Teil davon Kinder, wird die Ausreise und Verlegung in Kliniken außerhalb von Gaza verweigert. Alles unter dem Vorwand, „den Hamas-Terror zu bekämpfen“. Unter diesen Bedingungen weiterhin medizinische Hilfe zu leisten, ist ein Ausdruck tiefster Humanität. Das sollte diejenigen beschämen, die heute noch zu dem Genozid schweigen oder ihn sogar noch mit Waffen unterstützen.
    Über die Solidaritätsbewegung mit Dr. Abu Safiye wurde berichtet – ein palästinensischer Arzt, der seit 18 Monaten ohne Grund und Anklage inhaftiert ist. Über eine Initiative in verschiedenen deutschen Städten, schwer verletzte Kinder zur Behandlung hier aufzunehmen, auch mit der Unterstützung von Bürgermeistern einiger Städte wie Marburg.


    Welche Möglichkeit gibt es überhaupt noch, medizinische Hilfe zu leisten? In der Diskussion wurde der Solidaritätspakt mit Al Awda vorgestellt und die Spendenkampagne zur Soforthilfe und zum Wiederaufbau eines Krankenhauses. Mit vielfältigen Aktivitäten wurden inzwischen 600 000 Euro gesammelt. Wichtig ist die Verbindung mit der Öffentlichkeitsarbeit, um den politischen Druck zu erhöhen, auch auf die deutsche Regierung. „Die wissen alle sehr wohl, was sich in Gaza abspielt“, berichtet eine NGO-Aktivistin, „aber sie sagen und machen nichts…“
    Mehrere Initiativen wurden vorgestellt, auch ein Aufruf von Medizin-StudentInnen aus Nablus/Palästina und der medizinischen Fachschaft der Uni Köln. Viel Beifall erhielt der Beitrag einer Journalistin, die auf die UN-Charta für Menschenrechte und auf das internationale Recht zum Umgang mit Kriegsverbrechern verwies und die Mitverantwortung der deutschen Regierung anprangerte.
    „Free, free Palestine“ am Ende der Veranstaltung – ein Ausdruck der gemeinsame Überzeugung: Die Menschlichkeit und die internationale Solidarität werden am Ende stärker sein als die menschenverachtende imperialistische Gewalt.
    Einzelne pro-israelische Aktivisten zogen es an diesem Abend vor, lieber zu schweigen…

  • Medizinische Nothilfe für Gaza – Einladung zu Diskussionsveranstaltung an der Ruhr Universität Bochum

    Medizinische Nothilfe für Gaza – Einladung zu Diskussionsveranstaltung an der Ruhr Universität Bochum

    Die Gaza AG Bochum des Jugendverband Rebell lädt ein!

    Am 15.07.2026 um 18:30 im Gebäude der Medizinsichen Fakultät (Hörsaal HMA 40) wird es eine interessante Veranstaltung zur Frage der medizinischen Nothilfe in Krisen- und Kriegsgebieten geben.

    Im Zentrum wird dabei die katastrophale Situation in Gaza und der Erfahrungsbericht des Einsatzes eines Kollegen im Gazastreifen stehen. Es soll aber der Blick auch geweitet werden auf die ganze Region, auch mit der Fragestellung, was internationale Solidarität in der Praxis bedeuten kann.

    Herzliche Einladung an alle, die Interesse haben!

    Der Eintritt ist frei. Es werden Spenden für das Al Awda Gesundheitszentrum im Rahmen des Solidaritätspaktes zwischen Al Awda und der ICOR gesammelt.

  • Freiheit für Dr. Hussam Abu Safiya

    Freiheit für Dr. Hussam Abu Safiya

    E-Mail an die israelische Botschaft und das Auswärtige Amt – erschienen auf https://www.ippnw.de/aktiv-werden/kampagnen/freiheit-fuer-dr-hussam-abu-safiya.html

    Der Kinderarzt Dr. Hussam Abu Safiya wurde im Dezember 2024 in Gaza verhaftet, als das israelische Militär das Kamal-Adwan-Krankenhaus stürmte. Abu Safiya ist Leiter des Krankenhauses und eine der bekanntesten Stimmen des zerstörten Gesundheitssektors im besetzten Gazastreifen. Von verschiedenen Seiten haben wir Kenntnis erhalten, dass der Gesundheitszustand von Dr. Abu Safiya im Ktzi’ot-Gefängnis lebensbedrohlich ist. Laut Physicians for Human Rights Israel (PHRI) hat sich sein Gesundheitszustand verschlechtert und er schwebt in akuter Lebensgefahr. Neben Dr. Abu Safiya werden weitere 13 Ärzte sowie Dutzende von Krankenschwestern und Rettungssanitätern ebenfalls in unrechtmäßiger Haft festgehalten. Nach Informationen des Anwalts des Kinderarztes nach seinem Besuch am 2. Juli 2026 im Nitzan-Gefängnis wies Dr. Abu Safiya frische, schwere Verletzungen am Kopf, um die Augen sowie an Ohren und Hals auf. Laut Angaben des Anwalts hatte Dr. Abu Safiya Schwierigkeiten zu atmen und fortlaufend zu sprechen. Er wirkte extrem schwach, hatte Mühe, aufrecht zu sitzen, ohne umzufallen, und schien mehrfach kurz vor einer Bewusstlosigkeit zu stehen.

    Bitte schreiben Sie an den israelischen Botschafter in Berlin Ron Prosor (in cc an das Auswärtige Amt) und bitten Sie ihn, sich für die Freilassung des Arztes und der anderen inhaftierten Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens einzusetzen:

    ambassador-asst[at]berlin.mfa.gov.il und buergerservice[at]diplo.de 
    Wenn Sie möchten, nehmen Sie uns mit wilmen[at]ippnw.de in CC.

    Sie können die von uns vorgeschlagene Muster-E-Mail (zu finden auf der oben genannten Internetseite von IPPNW) kopieren und bei Bedarf anpassen oder per Klick direkt in Ihr E-Mail-Programm übernehmen (dazu sollte Ihr E-Mail-Programm geöffnet sein). Bitte ergänzen Sie Ihren Namen.

    Leiten Sie diese Aufforderung gerne auch an Ihre Kolleg*innen und andere Angehörige des Gesundheitswesens weiter. 

    Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

  • Solidaritätserklärung der Gesundheitsplattform mit der IPPNW Köln

    „Die Gesundheitsplattform im Internationalistischen Bündnis protestiert entschieden gegen das Raumverbot für die Veranstaltung der IPPNW Köln zur humanitären Gaza-Hilfe durch die Uniklinik Köln. Wir erklären uns mit der IPPNW Köln solidarisch und sind empört, wie hier mit fadenscheinigen Begründungen die dringend notwendige Soforthilfe und der Wiederaufbau des Gesundheitswesens in Gaza objektiv sabotiert wird.
    Das Raumverbot muss durch einen breiten Protest fallen und unsere Solidarität muss jetzt erst recht organisiert und der Zusammenschluss aller solidarischen Kräfte organisiert werden.“ – 01.07.2026