Liebe Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitswesen,
Wie nie zuvor erleben wir in den letzten Jahren eine krisenhafte Entwicklung im Gesundheitswesen und in der Gesellschaft. Das früher noch relativ gut organisierte soziale Netz und Gesundheitswesen wird zunehmend ausgehöhlt und die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich. Das ruft Protest und Widerstand hervor. Damit belebt sich auch die Diskussion über ein künftiges Gesundheitssystem.
Wir sind konfrontiert mit einer starken Zunahme von Massenkrankheiten wie psychosomatische und psychische Leiden, Immunstörungen, Krebskrankheiten, Diabetes, Adipositas, Herz-Kreislaufkrankheiten. Die Ursachen liegen einerseits in der Umweltkrise und in der tiefen gesellschaftlichen Krise. Viele leben ständig unter krankmachendem Umweltbedingungen und Dauerstress. Auch der fehlende soziale Zusammenhalt, der Dauerbeschuss durch „soziale Medien“, die allgegenwärtige Gewalt machen krank. Ein besonderer Einschnitt war die „Corona-Krise“. Parallel mit dem Sozialabbau findet gleichzeitig ein Umbau und Abbau des Gesundheitswesens statt. Man kann inzwischen von einem Übergang zu einer globalen Gesundheitskrise sprechen.
2020 war die Geburtsstunde der „Corona-Rundbriefe“ der Mediziner-Plattform – mit kritischen Analysen zu Covid-19 und zur Pandemie-Politik. Die Rundbriefe wurden zunehmend auch zu einem Forum für kritische Beiträge zu anderen Fragen der Medizin und Gesundheitspolitik:
- zur Militarisierung des Gesundheitswesens,
- zu Fehlentwicklungen eines kommerzialisierten Gesundheitswesens
- zu Kämpfen und zum Widerstand von Beschäftigten des Gesundheitswesens
- zu medizinischen Fortschritten und zur Kritik an einer profitbestimmten Medizin
- auch zu einer Studie über die Langzeitfolgen der PCB-Vergiftung, die mit Bergleuten zusammen erstellt wurde.
- oder für einen Aufruf zur praktischen Solidarität mit den Menschen in Gaza etc.
Diese Ansätze wollen wir jetzt mit der Organisierung und mit einer Homepage der künftigen „Gesundheitsplattform“ weiterentwickeln. Wir fühlen uns dabei eng mit anderen Bewegungen und Organisationen verbunden, die die begonnen haben, sich unter dem Dach des Internationalistischen Bündnis im Kampf für eine bessere Welt zusammenschließen – gegen Faschismus, Krieg, Umweltzerstörung.
Angesichts der dramatischen Krisenentwicklung herrschen bei vielen Menschen heute noch Verunsicherung, Verwirrung und eine Negativstimmug vor. Offensichtlich wächst aber bei vielen Kolleg/innen – auch im Gesundheitswesen – das Bedürfnis nach Bewusstheit, Austausch, Zusammenarbeit und nach einer Perspektive, wie uns für ein besseres Gesundheitssystem und für eine bessere Welt einsetzen können.
Wir möchten Sie und Euch einladen – alle Kolleg/innen und Bündnispartner im Gesundheitsbereich – sich an dem spannenden Aufbau der Gesundheitsplattform im Internationalistischen Bündnis mit Rat und Tat zu beteiligen!

